SMS-Routing über A1, Magenta und Drei mit Fallback-Kette
Drei nationale Netze, alphanumerische Absenderkennung und HLR-genaues Zustell-Reporting
Viele europäische SaaS-Anbieter routen österreichische SMS über generische EU-Aggregatoren zweiter Stufe. Das Ergebnis ist messbar schlecht: die alphanumerische Sender ID wird in eine internationale Kurznummer umgewandelt (Empfänger sehen statt ’WienerHandwerk’ eine +44 oder +45 Nummer), die Zustellrate fällt auf 85–92 %, und STOP-Antworten erreichen die Plattform nicht. Die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) fordert in ihren Auslegungshinweisen zum TKG 2021 § 174, dass Absender — auch internationale — STOP/HELP-Schlüsselwörter unterstützen und Verlangen-Kataloge der Verbraucherschutzverbände respektieren.
Österreich hat drei nationale Mobilfunkbetreiber: A1 Telekom Austria (~38 % Marktanteil 2025), Magenta — vormals T-Mobile Austria, 2019 in den Magenta-Brand der Deutschen Telekom umbenannt — (~31 %) und Drei, Hutchison Drei Austria (~30 %). Daneben existiert eine MVNO-Schicht mit yesss!, Spusu, HoT, bob und anderen, die jedoch auf den drei Hostnetzen aufsetzt. 4notify routet SMS direkt über interconnect-fähige Aggregatoren, die mit allen drei Netzen vertragliche Beziehungen haben — das garantiert HLR-genaues DLR (Delivery Receipt), Erhalt der alphanumerischen Sender ID und Echtzeit-STOP-Verarbeitung über alle Netzgrenzen hinweg.
| Kanal | Primärer Anbieter | Fallback |
|---|---|---|
| A1 Telekom Austria | Direct interconnect via Tier-1 Aggregator | MVNO peer (yesss!) → A1 host |
| Magenta Austria | Direct interconnect via Tier-1 Aggregator | Telekom Deutschland fallback |
| Drei (Hutchison) | Direct interconnect via Tier-1 Aggregator | Hutchison UK MNC routing |
| MVNOs (Spusu, HoT, bob, …) | Resolved per HLR lookup → Hostnetz | Failover über Backup-Aggregator |
| STOP / HELP MO | Inbound SMSC-Webhook | Postgres queue (replay safe) |
Direktwerbung per SMS/E-Mail nur mit vorheriger Einwilligung (Opt-in). Soft-Opt-in für bestehende Kundenbeziehungen bei verwandten Produkten möglich. Widerruf jederzeit unentgeltlich.
Datenschutz im Telekommunikationsverkehr — Verbindungs- und Standortdaten unterliegen Zweckbindung. Für Marketing-Push-Kampagnen ist Lokationsdaten-Nutzung in praktisch allen Fällen unzulässig.
Alphanumerische Sender IDs bis 11 Zeichen erlaubt; missbräuchliche Verwendung (Spoofing bekannter Marken) wird mit Sperrung auf Carrier-Ebene sanktioniert. Voranmeldung beim Aggregator nötig.
Verbraucherzentralen führen die österreichische Robinsonliste; eingetragene Nummern müssen vor Versand abgeglichen werden, sonst droht Beschwerde + Verwaltungsstrafe (bis 50 000 EUR pro Fall).
Sender ID bei der RTR und beim Aggregator anmelden
Bis 11 Zeichen, ASCII-Bereich, keine reservierten Begriffe (’Bank’, ’Polizei’, ’Notruf’, ’Bundes-’). Voranmeldung erfordert Firmenbuchauszug, UID-Nummer und Anwendungsbeschreibung. Bearbeitungszeit 3–5 Werktage.
HLR-Lookup vor jedem Versand
Vor dem Routing wird eine HLR-Abfrage durchgeführt. Diese identifiziert das aktuelle Hostnetz (auch bei portierten Nummern — Drei-Kunde mit ehemals A1-Nummer landet korrekt im Drei-Netz) und liefert Roaming-Status. Roaming-Empfänger werden nach Land getrennt abgerechnet.
Direkter Interconnect, kein Grey Route
4notify routet nur über Aggregatoren mit Carrier-Direktverträgen (’Tier-1 Premium'). Grey Routes (Routing über SIM-Boxen oder unlizenzierte Aggregatoren) sind in Österreich verboten und führen zu sofortiger Sperrung der Sender ID durch die RTR.
DLR-Webhook mit Reason Code
Für jede SMS wird ein signierter Webhook mit Status (DELIVERED / FAILED / UNDELIVERABLE) und Reason Code (z. B. ’handset blocked', ’number out of service', ’blocked by Robinsonliste') an die Client-Anwendung gesendet. Webhook-Replay über 7 Tage garantiert.
Inbound STOP/HELP-Verarbeitung
STOP-Antworten werden vom Aggregator als MO-Webhook zurückgeliefert, sofort in den Consent-Ledger (BP-AT-001) als Widerruf eingetragen, und der Client erhält eine bestätigende Antwort. HELP gibt eine vorab konfigurierte Hilfemeldung zurück — kostenlos für den Empfänger.
Testprotokoll: (1) An eine A1-Testnummer (+43 664…), eine Magenta-Testnummer (+43 676…) und eine Drei-Testnummer (+43 660…) jeweils eine SMS mit Sender ID ’4notifytest’ senden. (2) Im DLR-Webhook prüfen, dass alle drei innerhalb von 3 Sekunden DELIVERED zurückmelden und die Sender ID korrekt angekommen ist (manueller Check am Empfangsgerät). (3) Von einer der Testnummern STOP zurücksenden — innerhalb von 5 Sekunden muss ein MO-Webhook eintreffen und im Consent-Ledger eine Widerruf-Zeile sichtbar sein. (4) Anschließend eine zweite Test-SMS an dieselbe Nummer schicken — der Versuch muss mit ’blocked by suppression list’ abgelehnt werden.
bash
curl -X POST https://api.4notify.net/v1/dispatch \
-H "Authorization: Bearer $API_KEY' \
-H "Content-Type: application/json' \
-d '{
"channel': 'sms",
"sender': 'WienerHandwerk",
"recipient': '+436641234567",
"body': 'Ihr Termin am 28.05. um 14:30 in der Mariahilfer Straße 88 ist bestätigt. Stornieren mit STOP. Tel +43 1 5874410.",
"metadata": {
"campaign': 'appointment_reminder",
"country': 'at",
"hlr_lookup": true,
"preserve_sender_id": true
}
}'Wiener Linien: Ihr Jahres-Ticket läuft am 30.06. ab. Verlängern unter wienerlinien.at/ticket. Stornieren der Erinnerungen mit STOP.
- Sender ID bei RTR voranmelden, Bestätigung der Aggregator-Whitelist abwarten
- HLR-Lookup für jeden Versand aktivieren (zur Roaming-Trennung)
- STOP/HELP-Schlüsselwörter aktiviert, deutsch + englisch
- Robinsonliste-Abgleich vor Marketing-Sendung
- DLR-Webhook in das interne CRM eingebunden
- Reserved-Term-Liste geprüft (keine `Bank`, `Polizei`, `Notruf`, `Bundes-` in Sender ID)
- Testversand an alle drei Netze + STOP-Test durchgeführt
Statt einen einzigen EU-Aggregator zu nutzen, hält 4notify direkte Verträge mit allen drei AT-Netzen über Tier-1-Aggregatoren — alphanumerische Sender ID bleibt erhalten und DLR liefert HLR-genaue Reason Codes statt generischer ’failed’.
Was kostet ein SMS-Versand nach Österreich über 4notify?
0,055 EUR pro Standard-SMS (160 Zeichen GSM-7) im Pay-as-you-go. Volumenrabatte ab 50 000 Stück/Monat. HLR-Lookup zusätzlich 0,003 EUR pro Abfrage, ist aber bei aktiven Marketing-Listen sinnvoll, weil Bouncing-Nummern sofort identifiziert werden.
Kann ich Unicode-Zeichen verwenden (Umlaute, Emojis)?
Ja, automatisch. Sobald ein Nicht-GSM-7-Zeichen erkannt wird, wechselt das Encoding auf UCS-2 (70 Zeichen pro Segment). Die Kosten verdoppeln sich nicht — pro Segment wird abgerechnet. ’Ärzteliste’ bleibt eine SMS, ’🩺 Termin’ wird zu UCS-2 und kostet ein Segment mehr ab 71 Zeichen.
Wie verhält sich die Zustellung bei Roaming?
Der HLR-Lookup erkennt Roaming und liefert das aktuelle Visited Network. Die SMS wird normal zugestellt; die Kostenseite ändert sich (Routing in das Roaming-Netz), das Gateway berechnet automatisch den korrekten Tarif. Wenn der Empfänger in einem Land mit Telekom-Sperre für AT-Sender unterwegs ist, schlägt der DLR mit Reason `roaming_blocked` fehl.
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