Nummer
BP-AT-003
Maßstab
1 : 1
Datum
2026-05-25
Rev.
A
Werkstatt 4notify · eGovernmentFreigegeben
Bauplan BP-AT-003 von BP-AT-008 · eGovernment
SMSE-MailWebhook

ID Austria & Handysignatur als zweiter Faktor

Migration der Handysignatur auf ID Austria, FinanzOnline-Integration und Cross-Channel-2FA-Flow

§ ADas Problem

Viele Anwendungen haben den Übergang von Handysignatur zu ID Austria nur halbherzig vollzogen — die UI nennt noch ’Handysignatur', die SMS-Texte verweisen auf Apps, die nicht mehr existieren, und Audit-Trails nutzen veraltete Feldnamen. Für regulierte Branchen (Banken nach EBA-Vorgaben, Versicherungen nach FMA-Aufsicht, Steuerberatung nach WT-Verordnung) ist das ein Compliance-Risiko: bei einer Prüfung durch FMA oder DSB werden inkonsistente 2FA-Logs als Schwachstelle markiert.

§ BHauptansicht

ID Austria ist seit Dezember 2023 der einheitliche elektronische Identitätsnachweis in Österreich. Es hat die seit 2009 etablierte Handysignatur abgelöst — bestehende Handysignaturen wurden bis 5. Dezember 2023 auf ID Austria migriert oder deaktiviert. Für Anwendungen, die Benachrichtigungen rund um sensible Identitätsereignisse verschicken (FinanzOnline-Login, USP-Authentifizierung, oesterreich.gv.at-Anmeldung, ELGA-Zugriff), ist ein konsistenter 2FA-Flow erforderlich: Web-Login startet die Anmeldung, eine signierte Push- oder SMS-Benachrichtigung trifft auf dem Smartphone des Nutzers ein, der Nutzer bestätigt mit ID-Austria-PIN oder Biometrie, und die Sitzung wird freigegeben. 4notify deckt die Benachrichtigungsseite dieses Flows ab — Verifizierungscode-SMS, Push-Token, und das anschließende Audit-Logging.

§ CMaterialliste
KanalPrimärer AnbieterFallback
Verification SMSA1 / Magenta / Drei (BP-AT-002)TOTP über Authenticator-App
Push NotificationFCM (Android) + APNs (iOS)SMS-Fallback nach 30 s
Magic Link E-Mail4notify Mail (DKIM/DMARC)Resend nach 60 s
Audit WebhookSigned HMAC-WebhookPostgres event_log
§ DToleranzen
Code-Lebensdauer
120Sekunden
Push-Wartezeit vor SMS-Fallback
30Sekunden
Max Anmeldeversuche
5/ Stunde
Audit Retention
5Jahre (FMA-Vorgabe)
Code-Länge
6Ziffern (numerisch)
§ ENormverweise
E-Government-Gesetz (E-GovG) § 4

Verantwortliche müssen einen elektronischen Identitätsnachweis anerkennen, der mit der ID Austria oder anderen qualifizierten elektronischen Identifizierungsmitteln eIDAS-Verordnung erfolgt.

eIDAS-Verordnung (EU 910/2014)

ID Austria entspricht dem Sicherheitsniveau ’hoch’ nach eIDAS und ist EU-weit notifiziert. Push-Bestätigung gilt als ’etwas, das der Nutzer besitzt'; PIN als ’etwas, das der Nutzer weiß'; Biometrie als ’etwas, das der Nutzer ist’.

BWG § 39 (Bankwesengesetz)

Banken sind verpflichtet, starke Kundenauthentifizierung (SCA) gemäß PSD2 umzusetzen. ID Austria erfüllt die SCA-Anforderungen, wird aber von vielen österreichischen Banken parallel zu eigenen App-Lösungen angeboten — Benachrichtigungen müssen den gewählten Pfad korrekt benennen.

§ FBauschritte

Push-Token registrieren bei App-Installation

Beim ersten App-Start wird das FCM-/APNs-Token an den Backend gesendet, dort verschlüsselt gespeichert (KMS-gebunden) und der user_id zugeordnet. Beim Logout wird das Token revoziert.

Login startet Push + Vorbereitung SMS-Fallback

Web-Login löst sofort einen Push aus. Parallel wird ein 6-stelliger Verifizierungscode generiert und für 120 Sekunden im Cache hinterlegt. Nach 30 Sekunden ohne Push-Bestätigung wird automatisch eine SMS mit dem Code versendet.

Push-Bestätigung mit ID-Austria-PIN

Der Push öffnet einen Bestätigungsdialog, der ID-Austria-PIN oder Biometrie verlangt. Erfolgreiche Bestätigung sendet ein signiertes Callback an das Backend zurück; das Backend gleicht den Token mit dem laufenden Sitzungs-Hash ab und gibt die Sitzung frei.

Audit-Eintrag mit Methode + Outcome

Jeder 2FA-Versuch (push_sent, sms_fallback, code_entered, code_correct, code_wrong, expired, withdrawn) wird in der event_log als separate Zeile gespeichert. Das ist relevant bei FMA-Audits, die rückwirkend prüfen, ob die SCA-Logik konsistent angewandt wurde.

§ GPrüfprotokoll

Testprotokoll: (1) Test-Nutzer im Web anmelden — Push-Empfang in der App innerhalb von 3 Sekunden prüfen. (2) Push nicht bestätigen, 30 Sekunden warten — SMS mit 6-stelligem Code muss eintreffen. (3) Code im Web-Frontend eingeben — Sitzung freigegeben, audit_log enthält Zeilen `push_sent` + `sms_fallback` + `code_entered` + `code_correct`. (4) Test mit falschem Code — Zeile `code_wrong`, nach 5 Fehlversuchen muss der Login gesperrt sein für eine Stunde. (5) Test mit abgelaufenem Code (> 120 s) — Zeile `expired`, Code wird abgelehnt.

§ HCode
bash
curl -X POST https://api.4notify.net/v1/auth/2fa/dispatch \
  -H "Authorization: Bearer $API_KEY' \
  -H "Content-Type: application/json' \
  -d '{
    "user_id': 'u_at_4711",
    "session_hash': 'sha256:b1946ac92492d2347c…",
    "channels': ['push", "sms"],
    "push_token': 'fcm:eYj1z...",
    "sms_recipient': '+436641234567",
    "code_length": 6,
    "code_ttl_seconds": 120,
    "fallback_after_seconds": 30,
    "audit_purpose': 'id_austria_login"
  }'
§ IBeispielnachricht
SMS

ID Austria: Ihr Anmeldecode für FinanzOnline ist 482593. Gültig 2 Min. Nicht weitergeben. Bei Verdacht: ID Austria App > Sperren.

§ JInbetriebnahme-Checkliste
  • Bestehende Handysignatur-Verweise im UI durch ’ID Austria’ ersetzen
  • FCM- und APNs-Tokens beim Logout revoziert
  • Push-zu-SMS-Fallback nach 30 Sekunden eingerichtet
  • Rate-Limit: max 5 Anmeldeversuche pro Stunde aktiviert
  • Audit-Log behält Einträge mindestens 5 Jahre (FMA-Vorgabe für Bank-/Versicherungssektoren)
  • SMS-Text enthält keinen klickbaren Link (FMA-Best-Practice gegen Phishing)
Was 4notify anders macht

4notify nennt Methoden explizit beim Namen — `method: id_austria` vs `method: handysignatur` vs `method: bank_app` — und erhält die historischen Einträge nach der Migration, sodass FMA-Auditoren rückwirkend einen konsistenten Verlauf prüfen können.

§ KHäufige Fragen
Was passiert mit alten Handysignatur-Logs?

Migrieren, nicht löschen. Bestehende Audit-Einträge mit `method: handysignatur` bleiben im event_log erhalten — Auditoren erwarten den lückenlosen historischen Verlauf. Neue Einträge nutzen `method: id_austria`. So bleibt der Audit-Trail vor und nach dem Migrationsstichtag konsistent.

Sind SMS-OTP-Codes nach PSD2 noch akzeptiert?

Ja, als ’etwas, das der Nutzer besitzt’ (in Kombination mit Passwort oder Biometrie). Die EBA empfiehlt aber Push-Konfirmation als sichereren Standard; SMS-OTP wird zunehmend als reine Fallback-Option positioniert. 4notify implementiert beides parallel.

Wie integriere ich ID Austria mit FinanzOnline?

FinanzOnline akzeptiert ID Austria direkt als Login-Methode — die Integration läuft serverseitig über das BRZ-Portal Bürgerkarten-Umgebung (BKU). 4notify wird in diesem Flow nicht für die Anmeldung selbst genutzt, sondern für nachgelagerte Statusbenachrichtigungen (Einreichung erhalten, Bescheid bereit).

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14 Tage, keine Kreditkarte. Deutschsprachiger Support.

§ LAndere Baupläne